Die Vergötzung der Arbeit, der Ware und der Uhr als Konsequenz der Diffamierung der Muße als "Faulheit" und ihrer Diskriminierung zur "Todsünde" durch den Protestantismus (Puritanismus) sowie durch die fehlerhafte Übersetzung und falsche Auslegung der Heiligen Schrift der Bibel.
von Norbert Knobloch
"Homo consumens" (Wolfgang Schmidbauer), der verbrauchende Mensch, und die "wirtschaftliche Masturbation" (Oscar Kiss Maerth) des zwang- und krankhaften Arbeitens und Produzierens, Kaufens, Verbrauchens und Wegwerfens sind die zwangsläufige Konsequenz der Verurteilung der Muße als "Faulheit", ihrer Gleichsetzung mit "Verderbtheit" und Erklärung zur "Todsünde" von Seiten der Kirche, und des Utilitarismus, der Verwechslung des Mittels mit dem Zweck, der Vergötzung der "Arbeit", der "Leistung", der Ware, der Uhr ("Zeit ist Geld" [Benjamin Franklin]) und des Geldes durch den von der "Prädestination" überzeugten, unmündig und abhängig gemachten Menschen, dessen psycho-ideologische Prägung und Fremdbestimmung durch die protestantisch-puritanische "Ethik" Max Weber in seinem Aufsatz "Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus" (1905) aufgezeigt hat. Ideale wie die Muße als gesellschaftlich nicht zur Ware werdende Tätigkeit sind diesem verschlingenden, hortenden oral-analen Zwangscharakter verpönt.